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29.03.22

Privat-TV kostenpflichtig: Größter Fehler bei DVB-T2

Fünf Jahre ist es her: In einer der größten Umschaltaktionen der Rundfunkgeschichte wurden in der Nacht zum 29. März 2017 insgesamt 327 Sender an 69 Sendestandorten in Deutschland vom alten Standard DVB-T auf den Nachfolger DVB-T2 beim digitalen Fernsehen über Antenne umgestellt. Eigentlich sollte es eine Revolution werden: Erstmals gab es seither über Antenne neben rund 20 öffentlich-rechtlichen auch ebenfalls knapp über 20 private TV-Sender in hochauflösender HD-Qualität.

Vorangegangen war ein Testbetrieb. In einigen Regionen - wie Berlin, München und dem Raum Köln/Bonn - wurde bereits 2016 ein eingeschränktes Angebot mit öffentlich-rechtlichen Programmen über DVB-T2 ausgestrahlt. Darüber hinaus traten ab dem zweiten Quartal 2016 einzelne DVB-T2-Sender mit starker Reichweite, anlässlich der Fußball-EM und den Olympischen Spielen, in weiteren Ballungsgebieten Deutschlands den Testbetrieb an.

Reichweite der Antenne ist zurückgegangen

Jetzt, zum fünfjährigen Geburtstag, kann man sagen: Die Umstellung DVB-T2 hat dem Verbreitungsweg Antenne mehr geschadet als genützt, der Marktanteil ist von 10 Prozent vor der Umstellung auf jetzt knapp 7 Prozent gefallen. Das lag allerdings nicht an der Technik - diese ist tatsächlich weit effektiver und Frequenz-ökonomischer als der Vorgänger.

Der Zuschauerrückgang liegt etwa daran, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten mit der Umstellung auf DVB-T2 Sendeanlagen in eher ländlichen Regionen abgeschaltet haben. Nach Informationen von teltarif.de ist dieser Prozess noch nicht abgeschlossen. So wird gemunkelt, dass sich die ARD in einigen Bundesländern künftig bei der Antenne auf die Regionen beschränken wird, in denen auch die Privaten zu sehen sind und weitere Anlagen abschalten wird.

DVB-T war vor allem in Ballungsräumen beliebt

Hauptgrund für den Zuschauerrückgang war jedoch eine Änderung des Geschäftsmodells bei privaten TV-Sendern. Vor allem in den Ballungsräumen war der Vorgänger DVB-T sehr beliebt. Mit einfacher Zimmerantenne gab es kostenlos ein Grundangebot der wichtigsten öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehprogramme. In großen Städten wie der Hauptstadt Berlin waren auch Spartensender kostenfrei über Antenne vertreten. Viele kündigten seinerzeit den Kabelanschluss und sparten so zusätzliche monatliche Kosten für den TV-Genuss neben dem Rundfunkbeitrag (damals noch Rundfunkgebühr/GEZ), zumal es in Städten oft keine Möglichkeit gibt eine Satelliten-Antenne zu installieren bzw. dies bei vielen Vermietern untersagt wird.

Mit dem offiziellen Launch von DVB-T2 startete am 29. März 2019 auch die kostenpflichtige TV-Plattform freenet TV. Plan war, zahlreiche Privatsender in besserer Auflösung (HD) via Antenne gegen eine Gebühr empfangbar zu machen. Nur wenige kleinere Anbieter wie Shoppingsender oder Bibel TV blieben kostenlos und unverschlüsselt zu sehen. Wer RTL, Pro Sieben, Sat.1, Vox, RTL 2 und andere beliebte Programme sehen will, muss ein Abo abschließen und zahlt aktuell knapp 7 Euro monatlich. Das tun allerdings immer weniger Zuschauer: In den ersten drei Quartalen 2021 ging die Kundenzahl von 942.000 im Vorjahreszeitraum auf 813.400 zurück. Schon 2020 gab es ein Minus von rund 7,7 Prozent, seither zahlen weniger als eine Million Kunden für freenet TV.

Rückkehr zu Kabel und Wechsel zu Internet-TV

In Ballungsräumen sind viele wieder zum Kabelanschluss zurückgekehrt, seit es das im Vergleich geringere private Programmangebot nur noch kostenpflichtig über Antenne gibt. Viele nutzen zudem auch die neuen Internet-TV-Portale wie waipu.tv (das ebenfalls zum freenet-Konzern gehört) oder Zattoo, die zu vergleichbaren Preisen ein weit größeres Angebot an Fernsehsendern bieten.

Auch freenet TV strahlt unter dem Label "freenet TV Connect" ein ergänzendes, internetbasiertes Angebot aus. Hierfür muss der Fernseher oder die Set-Top-Box - falls die Hardware es unterstützt - mit dem Internet verbunden werden. Dann erhält der Nutzer Zugriff auf weitere lineare TV-Programme, die zwar per Internet gestreamt, aber in der regulären Programmliste auftauchen. Zusätzlich gibt es Apps und Mediatheken sowie ein Internetradio-Angebot des Dienstleisters Radioplayer. Doch auch bei freenet TV Connect gab es in den letzten Monaten keine neue Entwicklung mehr.

2030: Aus für DVB-T2 wahrscheinlich

Inzwischen hat man bei der Mutter freenet eingesehen, dass DVB-T2 in aktueller Form kein Wachstumsmarkt mehr ist und sieht das natürliche Ende im Jahr 2030. Der Verbreitungsweg hätte wohl heute noch mehr Relevanz in Deutschland, wenn die Privatsender wie über Satellit und Kabel neben der kostenpflichtigen HD-Variante noch eine kostenlose SD-Version verbreiten würden. Doch neben der Tatsache, dass die Anbieter dies von sich aus Kostengründen ablehnten, stehen heute - nach zwei "Digitalen Dividenden" - nicht mehr ausreichend Frequenzen hierfür zur Verfügung.

Ein kleines Trostpflaster: Seit Ende 2021 sind die vier größten Privatsender RTL, Sat.1, Pro7 und Vox auf einem kostenlosen Promo-Kanal im wöchentlichen Wechsel (Umstellung immer am Donnerstag) wieder in herkömmlicher SD-Qualität zu sehen. Neukunden dürfte aber auch diese Maßnahme nicht mehr anziehen.




Quelle; teltarif.
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